top of page

Wärmepumpe im Altbau: Mit diesem Test wissen Sie vorher, ob Ihr Haus geeignet ist

  • 3. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Aug.

Ob eine Wärmepumpe in Ihrem Altbau wirtschaftlich läuft, entscheidet nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, die Ihr Haus an kalten Tagen braucht. Kommt es mit rund 55 °C aus, arbeitet eine moderne Wärmepumpe effizient. Das können Sie im nächsten Winter selbst herausfinden — mit Ihrer vorhandenen Heizung, ohne einen Euro zu investieren.


Warum die Vorlauftemperatur alles entscheidet

Eine Wärmepumpe hebt Wärme von einem niedrigen auf ein höheres Temperaturniveau. Je größer dieser Hub, desto mehr Strom braucht sie. Der Unterschied ist nicht klein: Zwischen 35 °C und 55 °C Vorlauf liegen bei denselben Außenbedingungen grob ein Drittel Effizienzunterschied.

Deshalb ist die Frage, ob eine Wärmepumpe in Ihren Altbau passt, eigentlich die Frage: Wie warm muss mein Heizwasser am kältesten Tag des Jahres sein?

Und die beantwortet kein Baujahr. Ein gut gedämmtes Haus von 1975 mit großen Heizkörpern kann günstiger dastehen als ein Neubau mit knapp dimensionierten Flächen.


Der Test: Heizkurve absenken

Der Test kostet nichts und braucht nur einen kalten Tag.


  • Warten Sie auf Frost. Ideal sind Außentemperaturen um oder unter 0 °C. Bei 10 °C sagt der Test nichts aus.

  • Vorlauftemperatur begrenzen: an der Heizungsregelung die maximale Vorlauftemperatur auf 55 °C stellen, alternativ die Heizkurve schrittweise absenken.

  • Alle Thermostatventile ganz öffnen. Das ist der Schritt, den die meisten vergessen — sonst messen Sie die Ventile und nicht das Haus.

  • Zwei bis drei Tage laufen lassen. Das Gebäude braucht Zeit, um sich einzuschwingen.

  • Raumtemperaturen prüfen. Werden alle Räume warm genug, ist Ihr Haus wärmepumpentauglich.


Wenn einzelne Räume kühl bleiben, ist das noch kein Ausschluss. Meist sind es zwei oder drei Heizkörper, die zu klein sind. Der Austausch gegen größere Modelle ist deutlich günstiger als eine Fassadendämmung — und oft die einzige Maßnahme, die nötig ist.


Was der Test nicht ersetzt

Er ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung. Die brauchen Sie ohnehin für die Auslegung, und sie zeigt genau, welcher Heizkörper zu klein ist und um wie viel. Der Selbsttest liefert Ihnen aber vorab die Antwort auf die eigentliche Frage: lohnt sich die Planung überhaupt?


Er ersetzt auch nicht den hydraulischen Abgleich. Ohne Abgleich fließt durch die Heizkörper nahe der Pumpe zu viel Wasser und durch die entfernten zu wenig — die Anlage gleicht das über höhere Vorlauftemperatur aus, und genau die wollen wir ja senken. Für die KfW-Förderung ist der Abgleich ohnehin Pflicht.


Was steht finanziell dahinter?

Für eine Wärmepumpe zahlt die KfW im Programm 458 eine Grundförderung von 30 Prozent, in Kombination mit Boni bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Bei einem Einfamilienhaus rechnet die KfW Kosten bis 30.000 Euro an, der maximale Zuschuss liegt damit bei 21.000 Euro. Quelle: KfW, Heizungsförderung 458/).


Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Pflicht, dass neue Heizungen 65 Prozent erneuerbare Energien erreichen müssen, ist entfallen — Sie müssen also nicht mehr begründen, warum Sie keine Wärmepumpe einbauen. Die Förderdifferenz zwischen Wärmepumpe und Gasheizung bleibt trotzdem bestehen, denn Gas- und Ölheizungen werden nicht bezuschusst.


Häufige Fragen


Muss ich Fußbodenheizung haben?

Nein. Fußbodenheizung ist komfortabel, weil sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Ausreichend große Heizkörper erreichen dasselbe Ziel.


Was ist, wenn mein Haus nur mit 65 °C warm wird?

Dann läuft eine Wärmepumpe zwar, aber teuer. In dem Fall lohnt sich zuerst die Frage, welche einzelnen Räume die hohe Temperatur erzwingen — oft ist es ein einziger.


Kann ich den Test auch mit einer alten Gasheizung machen?

Ja, gerade dann. Jede Heizungsregelung mit Heizkurve lässt sich absenken. Bei sehr alten Konstanttemperaturkesseln geht es nicht, weil sie ohnehin auf festem Niveau fahren.


Wann sollte ich den Test machen?

Im Winter, und rechtzeitig vor der Investition. Wer im Sommer plant, hat die Messgelegenheit erst in der nächsten Heizperiode wieder.


Sie wollen es nicht selbst ausprobieren?

Wir übernehmen den Test im Rahmen der Beratung, messen an den kritischen Heizkörpern nach und rechnen Ihnen den erreichbaren Fördersatz aus — bevor Sie einen Auftrag unterschreiben.


Lemmen SHK · Innungsweg 9 · 46562 Voerde

 
 
bottom of page